October 2011 Archives

Die kleinen Unwahrheiten zur "Rettung" von Griechenland

| No Comments | No TrackBacks


Die armen europaeischen StaatsMaenner und -Frauen haben die ganze Nacht in Bruessel durchgearbeitet und sind nun mit der ultimativen Loesung vor die versammelte Menschheit getreten. Ob dieser Vorschlag funktionieren wird weiss nur die Zukunft.

Es werden jedoch einige der Fakten etwas unrichtig, oder zumindest unklar dargestellt, unter anderem folgende:

Griechenland werden 50% der Staatsschulden erlassen

Der proklamierte Haircut von 50% laesst vermuten, dass das aktuell mit ~€340 Mrd. verschuldete Griechenland per sofort nur noch eine Schuldenlast von €170 Mrd. aufweisen wird.

Diese Darstellung ist falsch, wie Tyler auf Zerohedge sehr schoen analysiert. Von den €350 Mrd. sind naemlich sowohl €75 Mrd. an Einlagen der EZB, als auch €70 Mrd. der Troika nicht von dem Schnitt betroffen. Von den verbleibenden ~€200 Mrd. werden zwar 50% erlassen, die €100 Mrd. entsprechen allerdings nur einem Rueckgang der Staatsverschuldung Griechenlands um ~29%.

Die Hebelung ist “sicher” und kostet maximal €211 Mrd.

Waehrend der gestrigen Bundestagsdebatte wurde seitens CDU/CSU sowie FDP haeufiger angemerkt, dass die Hebelung war “Risiken berge”, diese aber “beherrschbar” seien und man schliesslich “nicht immer nur die Risiken, sondern auch die Moeglichkeiten” sehen darf.

Dem letzten Satz stimme ich voll und ganz zu, wenn ich Investor bin. Jetzt geht es aber mit der Rettung der PIIGS nicht darum Profit zu generieren, sondern darum Stabilitaet zu garantieren.

Es gibt durchaus Argumente fuer die Hebelung von Investitionen, gerade wenn das Ausfallrisiko sehr genau beziffert werden kann. Wenn z.B. ein Ausfallrisiko von 10% bei einer Investitionssumme von €10 Mrd. vorliegt, dann kann in dieser Welt “relativ sicher” €100 Mrd. investiert werden, da bei Eintreten eines Kreditausfalls ja €10 Mrd. vorhanden sind um diese zu bedienen.

In der Euro-Zone ist nun das Problem, dass es zunehmend schwieriger wird das Ausfallrisiko der vergebenen Kredite zu quantifizieren. Als moeglicher Anhaltspunkt koennen die CDS Raten dienen die aktuell auf dem Weltmarkt gehandelt werden.

greece_cds.pngEntwicklung der fuenfjaehrigen griechischen CDS. y-Achse in 1/100 Prozent, d.h. bei 1000 Punkten kostet es $10 Mio um Schulden in Hoehe von $100 Mio abzusichern

Mit aktuell ~5500 Basispunkten der 5-jaehrige CDS heisst das, dass derzeit $55 Mio. aufgewendet werden muessen um $100 Mio. an Kredit abzusichern, was grob gesagt in ein Ausfallwahrscheinlichkeit von 55% uebersetzt werden kann.

Gerade die Entwicklung seit Juni 2011 mit einem fast verdoppelten Kurs zeigt, wie volatil die aktuellen Modellierungen sind.

Dass die IDSA heute festgestellt hat, dass die 50% Haircut kein Kreditereignis darstellt, da der Schuldenschnitt freiwillig erfolgte, wird wenig dazu beitragen diese Modellierungen zu stabilieren.

dlvrt dlvrf

Google +1 Button for Movabletype

| No Comments | No TrackBacks


After digging around on the Web and not finding an easy to follow Howto for adding the +1 feature to MT powered blogs, here is one now (if you are using the standard setup):

  1. In Design->Templates under Archive Templates edit Entry and put <script type="text/javascript" src="https://apis.google.com/js/plusone.js"></script> right before the closing tag
  2. Find the <div class="asset-body"> tag (around line 24) and add <g:plusone></g:plusone> after that
  3. Save & Publish

twft


Es klingt ein wenig paradox, aber dennoch gibt es Menschen die unbedingt zu einer Gruppe gehoeren wollen, obwohl - oder eventuell gerade deswegen? - diese Gruppe sie ablehnt.

Abstrakt, in diesem Szenario also psychologisch, betrachtet ergeben sich unterschiedliche Erklaerungsmoeglichkeiten fuer solches Verhalten.

Eine ist negativer Lustgewinn, also das Beduerfnis lieber unschuldig zu leiden, als selbst Verantwortung zu uebernehmen. Eine Diskussion ueber die Freiheit des Willens aussen vor gelassen, ist die Unschuldigkeit in dieser Situation kaum wirkliche Unschuld, da der Wunsch der Gruppe anzugehoeren ja aktiv beeinflusst und aufgegeben werden kann.

Eine andere kann, durch unterschiedliche Sichtweisen, diametral begruendet sein, obschon die Wirkung durchaus vergleichbar ist. In beiden Faellen geht es um das Einwirken und das Aendern der Gruppenmeinung. Einerseits um eine als solche empfundene Ungerechtigkeit zu beseitigen und andererseits um der Gruppe seine persoenliche Meinung aufzuzwingen.

In diesem Zusammenhang wird sehr haeufig folgendes Argument angefuehrt: “Die Gruppe akzeptiert mich nicht, und das ist falsch!”.

Das Individuum verlangt also Akzeptanz von der Gruppe, spricht der Gruppe jedoch gleichzeitig das Recht darauf ab selbst festzulegen wen sie in ihrer Gruppe akzeptiert. Dass eine solche Haltung selten zu den gewuenschten Ergebnissen fuehrt ist nicht verwunderlich, sondern sogar zu erwarten.

Zwei Beispiele fuer moegliche Instanziierungen dieses Sachverhalts:

Homosexuelle die von der katholischen Kirche nicht akzeptiert werden

Unter dem Titel Liebet und wehret Euch hat AZ MEDIA eine Sendung produziert, welche die empfundene Ungerechtigkeit darueber, dass Homosexualitaet in der katholischen Kirche offiziell nicht akzeptiert wird dokumentiert.

Jetzt ist eine Gruppe wie die katholische Kirche, so wie jede andere Gruppe, berechtigt selbst zu entscheiden wen sie innerhalb ihrer Gemeinschaft akzeptiert. Ebenso steht es jedem Homosexuellen frei selbst eine Glaubensgemeinschaft zu gruenden, die entweder exklusiv fuer Homosexuelle oder progressiver und aufgeschlossener fuer alle sexuellen Orientierungen bestimmt ist.

Personen mit Migrationshintergrund die im neuen Land nicht akzeptiert werden

Beschliesst ein Mensch sein ganzes bisheriges Leben komplett neu zu orientieren und sowohl Heimat, als auch Freunde und Familie zu verlassen um das Glueck innerhalb neuer Landesgrenzen zu suchen, ist es nur natuerlich dass im Falle einer Aenderung der damit einhergehenden Lebensumstaende ein gewisses Kultur- und Identitaetsvakuum entsteht. Dieser Kulturschock ist umso groesser, je staerker die Kultur des neues Landes von der des alten abweicht und je staerker an der Kultur des alten Landes festgehalten wird.

Sofern das neue Land den Prinzipien einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung folgt, sind koerperliche Unversehrtheit, freie Meinungsaeusserung und Religionsfreiheit garantiert. Eine automatische Akzeptanz kann weder per Gesetz erlassen werden, noch verlangt werden.

Es ist in diesem Zusammenhang vollkommen unerheblich aus welchem Land emigriert und in welches immigriert wird.

Das Argument des ersten Absatzes umkehrend, hat dax Individuum zwei moegliche Stellschrauben um die Eingliederung in eine neue Lebensumgebung moeglichst schnell und erfolgreich zu vollziehen. Entweder sucht es sich eine der bisherigen Lebensumgebung moeglichst aehnliche neue Umgebung, dann braucht es sich weniger zu adaptieren, oder es kann die Bindung an die alte Lebensumgebung zugunsten einer Bindung an die neue Lebensumgebung aufgeben.

Dass ueber derart Offensichtliches soviel diskutiert, emotionalisiert und polemisiert wird, ist fuer den abstrakt denkenden und nach moeglichst einfachen und effizienten Loesungen Suchenden nicht nachvollziehbar, schliesslich verbauen sich die beteiligten Parteien den Weg zu einer Loesung selbst.

Nicht jedes Problem kann durch einen Kompromiss befriedigend geloest werden, eine respektvolle und friedliche Koexistenz erzielt haeufig bessere Resultate als stures Pochen auf das eigene, subjektive Recht.

twff

Nachdem der öffentlich gemachte Bericht der Troika zur Lage der griechischen Staatsfinanzen sowohl auf Zerohedge als auch auf Querschuesse bereits ausführlich behandelt wurde, verweise ich hier lediglich auf diese Quellen.


Das durch die gerade nur durch mich belebte Wohnung schallende Gelaechter gilt hierbei nicht dem Autorenpaar, ich halte die HerangehensWeise im GegenTeil sogar fuer enorm zielfuehrend und vielversprechend.

Dieses mir den heutigen Nachmittag so versuessende Buch heisst Controlling und begrenzte kognitive Fähigkeiten und ist 2011 im Gabler Verlag erschienen.

Controlling.und.kognitive.Faehigkeiten.jpg

Die Herausgeber spezifizieren im Vorwort naeher:
Das vorliegende Buch ist vor dem Hintergrund der Arbeitshypothese entstanden, dass es für ein Verständnis des Controllings und seiner Instrumente zweckmäßig ist, auf theoretischer Ebene sowohl von Wollens- als auch von Könnensdefiziten bei Akteuren auszugehen.

und weiter

(…) Zum anderen beruhen viele Probleme jedoch auch darauf, dass die kognitiven Fähigkeiten von Managern und Mitarbeitern begrenzt sind. Entsprechend sollten Controllinginstrumente nicht nur anreizkompatibel, sondern auch kompatibel mit den kognitiven Fähigkeiten der Benutzer sein.

Soll heissen: Wir haben eingesehen dass Kaufleute und Studenten der BetriebsWirtschaft meistenteils kognitiv nicht in Lage sind die Materie ihres eigenen Fachs zu durchdringen, weshalb unsere Lehre nun nicht mehr auf Verstaendnis, sondern auf Funktionieren hin ausgerichtet ist.

Es klingt nach einem Aprilscherz, oder zumindest nach dem Werk eines zynischen Ingenieurs oder Naturwissenschaftlers, aber die Autoren scheinen es durchaus ernst zu meinen und beschreiben daher auf 349 Seiten ausfuehrlich wie sie selbst das um bis zu zwei Sigma-Abweichungen unterhalb des Durchschnitts-IQ angesiedelte Publikum fit fuer eine AufGabe im Controlling machen wollen.

Ausfuehrliche Rezension folgt!


Ein Artikel bei Zero Hedge zeichnet schnell ein Laecheln auf das Gesicht des Lesers. Ob es ein bemitleidendes, verzweifeltes, grenzdebiles oder wahrhaft belustigtes ist, darueber entscheidet jeder Leser selbst.

Es geht um die AussageKraft des BankenStressTest aus den Jahren 2010 und 2011. Dieser wird jetzt von der italienischen Pleitebank Intesa Sanpaolo als Rettungsgrund angefuehrt, belegt das Institut doch immerhin einen beachtlichen vierten Platz.

Intesa.jpg

Wer sich die Grafik etwas genauer ansieht, findet ein seit voriger Woche zu trauriger Beruehmtheit gelangtes Institut an der Spitze dieses Rankings, die mittlerweile zerschlagene und verstaatlichte Dexia.

EZB: Banken bekommen soviel Geld wie sie wollen

| No Comments | No TrackBacks


Zuallererst: Ich bin kein Linker, moechte es auch nicht sein, schaetze die Grundsaetze der (sozialen) Marktwirtschaft, bin leistungsfaehiger und -williger Akademiker und goenne jedem seinen ehrlichen Erfolg.

Was sich jedoch momentan auf den internationlen Finanzmaerkten und in den diese eigentlich kontrollierenden politischen Gremien und Instanzen abspielt, wird taeglich absurder.

In einem Artikel von Reuters wird die bereits gestern verkuendete, aus Sicht der Finanzinstitute frohe, Botschaft gut aufbereitet dargestellt.

Im Kern geht es darum, dass die Europaeische Zentralbank unter Herrn Trichet einen Blankoscheck an alle Finanzinstitute ausstellt, mit welchem die Banken “dabei so viel Geld bekommen, wie sie benoetigen, und Planungssicherheit in Zeiten der Krise erhalten”. Das Ganze gibt es auch noch zu einem historisch tiefen Zins von gerade einmal 1,5%.

Bei einer derzeitigen Inflationsrate von etwa 3% freut sich der Arbitrageur ueber von der EZB garantierte, risikolose Gewinne. Selbst wenn die Inflationsrate, wie von Herrn Trichet wohlwollen prognostiziert, auf die Marke von 2% sinkt, bleibt ein Gewinn uebrig.

Da mir als Mathematiker die Moeglichkeiten zur bedarfsgerechten Modellierung der Finanzmaerkte, sowie der jeweiligen Instrumente um darauf einzuwirken, sowie deren Komplexitaet bekannt sind, will ich hier einen moeglichst einfachen Vergleich anstrengen, der die Situation eingaengig beschreibt:

Ein berufsmaessiger Spieler, der in den vorigen Jahren betraechtliche Gewinne an den Tischen von Roulette und Black-Jack realisiert hat, wird von der dem Spiel zugrunde liegenden Gesetz der grossen Zahlen eingeholt, und verbucht seit einigen Monaten konstant Verluste. Solche Phasen kamen in der Vergangenheit immer vor, dann hat sich der Spieler kurzfristig Geld von anderen, befreundeten Spielern geborgt. Da diese Spieler mittlerweile auch das Vertrauen in unseren Protagonisten verloren haben, weil auch sie massive Verluste einfahren, sind sie nun nicht mehr bereit ihm neues Geld zu borgen. Um diesem Dilemma vorzubeugen, und um den nicht berufsmaessigen Spielern weiterhin die Illusion auf schnellen Reichtum nicht zu nehmen, beschliesst der Zentralrat der Casinobetreiber unserem Spieler eine Kreditlinie einzuraeumen. Diese Kreditlinie wird solange gewaehrt, bis der Spieler seinen bisher angesammelten Verlust wieder ausgeglichen hat. Der Zentralrat der Casinobetreiber ist erleichtert, muss er nun doch nicht oeffentlich zugeben dass auf lange Sicht jeder Casinobesucher mehr Geld verliert, als er gewinnt.

In der Vergangenheit wurde haeufig der Vergleich zwischen Finanzmaerkten und Casinos gezogen. Er hinkt sicherlich etwas, da z.B. die Wahrscheinlichkeiten der Spiele im Casino a priori bekannt sind, wohingegen die der Finanzmaerkte es nur mit einer gewissen Unschaerfe sind.

Im Kern sind sowohl der Besuch des Casino als auch die Aktivitaet auf den Finanzmaerkten Formen des Gluecksspiels. Ein wichtiger Unterschied ist, dass auf lange Sicht der Casinobetreiber immer gewinnt, wohingegen jeder Haendler an den Maerkten von der Moeglichkeit getrieben wird es besser als die anderen zu machen.

Jede Wette auf die zukuenftige Entwicklung eines beliebigen Wertes, auch Derivat genannt, ist per definitionem ein Nullsummenspiel, d.h. soviel die eine Seite an dem Derivat verdient, verliert die andere Seite auch.

An sich ist der Handel mit Derivaten daher eine durchaus sportlich zu sehene Angelegenheit, kann jeder Akteur doch selbst entscheiden wieviel Vertrauen er in die Vorhersagen seiner Systeme hat. Aus diesem Grund schaetze ich Derivate durchaus.

Es ist jedoch schwer einzusehen, dass nun, da die systemischen Fehler der Branche zu offensichtlich werden, die am Erfolg nicht partizipierende Allgemeinheit die Finanzinstitute in ihrer bisherigen, oder auch durch leichte kosmetische Behandlungen wie Basel III nur geringfuegig geaenderten, Form am Leben erhalten soll.


It seems easy enough to access various filesystems running a *NIX host:

  1. Identify the filesystem
  2. Acquire and load the respective drivers/modules for it
  3. Access files on the partitions

In the Windows world, things are a little different though.

While I’m happy with my *NIX or virtualized Windows environments 98% of the time, some applications (e.g. ANSYS or some Matlab modules) do run better within a native Windows environment.

Accessing files on my XFS partitions has always been troublesome, although I now managed to do it. The procedure is as follows:

  1. Download Virtualbox
  2. Create a small VM sporting a minimal Debian environment
  3. Create an RAW access VMDK with VBoxManage
  4. Setup Samba within the Debian VM with bridged networking
  5. Access files on the partitions

This reminds me a bit of the pictures comparing the syscalls of Apache and IIS from 2006:

SysCallApache.jpg SysCallIIS.jpg

It finally works though, so I have to be happy, right?

November 2011

Sun Mon Tue Wed Thu Fri Sat
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30      

About this Archive

This page is an archive of entries from October 2011 listed from newest to oldest.

September 2011 is the previous archive.

November 2011 is the next archive.

Find recent content on the main index or look in the archives to find all content.

Categories

OpenID accepted here Learn more about OpenID